Tassilo Jung zu den Aktivitäten in der Sommerpause

Ich bin großer John Grisham-Fan. In so gut wie jedem meiner Strandurlaube lese ich einen seiner Thriller und lese da von den vielen Arbeitsstunden, die US-amerikanische Anwälte in den ersten Jahren runterreißen, während sie hoffen, einmal Partner zu werden. 60, 70, 80-Stunden-Wochen sind für wXw-Geschäftsführer in der Toursaison nicht unnormal und ich habe noch nicht gehört, dass sich jemand von uns darüber beschwert hat. wXw machen zu dürfen, ist ein großes Glück für uns – es ist toll, das hauptberuflich machen zu können, doch wir alle haben dieselbe Arbeit auch nebenbei als Hobby gemacht, weil es schlichtweg das ist, was wir lieben.

Nichtsdestotrotz haben wir uns sicherlich auf den Sommer 2015 gefreut. Zwei Monate Tourpause, traumhaftes Wetter und die Möglichkeit, wie ein normaler Mensch 40 Stunden die Woche zu arbeiten, eventuell sogar an schönen Tagen früher Feierabend machen zu können und an den nächsten Fluß oder See zu fahren. Daraus geworden ist natürlich nichts – diese Sommerpause ist nach außen hin für euch nicht so wahnsinnig spannend, aber hinter den Kulissen surrt, brummt und brennt es. Ich gebe euch gerne einen Einblick in drei exemplarische Thematiken:

– wXw Live-Events 2016

In der 15th Anniversary Tour haben wir den dichtesten Schedule aller Zeiten und beispielsweise in den ersten acht Wochen gleich 21 Events am Stück. Wir werden uns zum 15ten Geburtstag eine Wahnsinnstour schenken. Unser Produkt on air ist aus meiner Sicht schon mit dem Produkt von vor sechs oder sogar achtzehn Monaten nicht mehr zu vergleichen. Auch im Backstagebereich optimieren wir Abläufe stetig und versuchen, unseren Wrestlern ein wenig Heimat- und Familienleben auf Tour zu ermöglichen. Viele der Neuerungen auf der 15th Anniversary Tour sind im Bereich Video und Produktion.

2016 werden wir mit der ersten Tour dann noch einmal in die Breite gehen. Wir haben bereits jetzt vier neue Standorte eingetütet und arbeiten an noch einigen weiteren Events. Wir werden mit Sicherheit die 30-Event-Marke im 1. Halbjahr 2016 knacken und hier ein Wahnsinnsprogramm auffahren. Beim diesjährigen World Tag Team Tournament laden wir euch alle zu unserer „Keynote“ ein. Wir stellen euch das wXw-Jahr 2016 vor, präsentieren euch die großen Events mit ihren Daten, die Logos, die neue Tour und natürlich unseren Terminkalender für die erste Jahreshälfte 2016. Parallel dazu werden wir den Vorverkauf für viele der Events direkt nach der Keynote starten.

Apropos: Wir werden uns für euch darum bemühen, Vorverkaufsstarts für bestimmte Städte und Großveranstaltungen zu kommunizieren, damit jeder dieselbe Chance auf gute Tickets hat.

– wXw Wrestling Academy

Eine echte Investition in die Zukunft wird unsere eigene Wrestlingschule sein. Was damals in einer winzigen Fabrikhalle in Krefeld-Oppum begonnen hat und dann zum Westside Dojo e.V. geworden ist, macht nun den nächsten Schritt. Unser eigenes Gebäude auf drei Etagen, in das sowohl die wXw Wrestling Academy als auch die Geschäftsstelle umziehen werden.

Während Wrestlingtraining häufig nur am Wochenende möglich ist, können wir Wrestler aus der Region nun auch unter der Woche fördern und damit ermöglichen, dass es nicht mehr länger die in Wrestling-Deutschland typische Entscheidung „gehe ich auf Tour zum Event oder gehe ich zum Training?“ geben muss. Selbstredend sind auch längere Seminare für Teilnehmer von außerhalb möglich.

Wir sammeln am 08. August das notwendige Startkapital für dieses gewaltige Projekt. Dafür gibt es den Fundraiser-Event „Funding the Next Generation“. Die Turbinenhalle stellt uns die Steffy gratis zur Verfügung und lässt uns ohne Mindestverzehr selbst Getränke verkaufen und Spezialitäten vom Grill anbieten. Alle Wrestler spenden ihre Gagen und ihr könnt für 10 EUR mit uns einen Nachmittag mit Catch, Drinks, BBQ und Plausch erleben. Mit den Comebacks von Jay Skillet und Dominic „Carnage“ Brackner haben wir hier auch zwei spezielle Highlights.

– wXw Shop, wXw DVDs, wXw on Demand

Vorgestern haben wir euch informiert, dass wir keine DVDs mehr im wXw-Shop anbieten können. Als gestern Abend die letzte DVD gelaufen ist und wir dann die entsprechenden Kategorien deaktiviert haben, war ich traurig und bin das auch jetzt noch. Ich habe 2006 die erste wXw-DVD in diesen Shop eingestellt. Damals haben sich die noch zwei Kisten Merchandise in meinem Keller befunden – inzwischen befindet sich in Oberhausen ein ganzer Lagerraum mit zahlreichen Hochregallagern.

Wir haben diesen Shop von wenigen Bestellungen im Monat ausgebaut zu einer Instiution mit weit über 17.000 Bestellungen – wortwörtlich aus dem Nichts. DVDs waren natürlich ein zentraler Bestandteil und durch den Ausbau der Kooperationen mit CZW, Big Japan, GSW, GHW, CWN, PWG, Ring of Honor, AIW und vielen anderen konnten wir euch das anbieten, was ich mir vor 20 Jahren als Wrestlingfan in Deutschland gewünscht hätte.

Leider wünscht sich der deutsche Staat das nicht und macht es uns vor dem Hintergrund des Jugendschutz unmöglich, als kleines Unternehmen so zu arbeiten. DVDs mit FSK-Freigaben zu versehen kostet einen soliden vierstelligen Betrag, pro DVD. Der müsste für jeden einzelnen Artikel gezahlt werden, um festzustellen, dass Wrestling harmlos ist. Ist es das? Natürlich, denn WWE-Events in Deutschland werden inzwischen selbst im konservativeren Bayern ab 6 Jahren freigegeben.

Ich denke, ich verrate euch da kein Geheimnis, wenn ich erzähle, dass es so gut wie keine DVD im Shop gibt, die nach dieser FSK-Prüfung noch rentabel wäre.

DVDs ohne Prüfung dürfen der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden. Dabei reicht es nicht einmal aus, einen Abgleich mit Personalausweisdaten online durchzuführen. Die Aufforderung zur Zusendung der Kopie eines Personalausweises ist illegal, so dass auch diese Möglichkeit ausfällt. Mindestanforderung ist ein geschlossener FSK-18-Benutzerbereich, der nur nach PostIdent-Verfahren (das für euch kostenlos sein kann, es für uns aber natürlich nicht ist) zugänglich ist. Abgesehen davon: Ich selbst habe mindestens drei Verträge und Konten im Leben mit vernünftigen Prämien gegen jegliche Rationalität nicht abgeschlossen, weil es mich schlichtweg nervt, mich bei der Post anzustellen und dieses nervige Verfahren durchzuführen.

Damit wäre es natürlich nicht getan, denn danach müssten die DVDs mit eigenhändig übergebenem Einschreiben verschickt werden. Packstationen fallen natürlich raus. Ihr seid nicht zuhause? Schade, dann müsstet ihr zu Öffnungszeiten zur Post gehen. Und natürlich kostet auch diese Versandart einen ordentlichen Aufschlag extra.

Dazu kommt natürlich noch, dass unser Shop eine solche Sperrung bzw. Freischaltung einzelner Kategorien für bestimmte Benutzer nicht unterstützt. Wir standen also vor einer Situation, in der wir die Anforderung des deutschen Staats technisch nicht umsetzen können, der DVD Versand massiv teurer geworden wäre und das Ganze für euch dermaßen unkomfortabel geworden wäre, dass nicht mal der Superfan Tassilo Jung, der 1997 bis 2005 eine Sammlung von über 3000 Wrestling-DVDs und VHS-Kassetten erworben hat, bereit gewesen wäre, noch im wXw-Shop zu bestellen.

Und nun? Nun stehen wir vor einer neuen Situation, ohne DVDs im wXw Shop. Die meisten unserer DVDs sind nach wie vor erhältlich, ganz klar. Unser Partner Smart Mark Video hat sicherlich ein Jahrzehnt unserer DVDs und verschickt diese zuverlässig aus den USA weltweit. Wir werden natürlich am Ball bleiben und schauen, ob wir für euch über Partner auch ermöglichen können, nicht in Übersee bestellen zu müssen und das bisherige wXw-Shop-DVD-Sortiment auch wieder näher zu bekommen. Bis dahin müssen wir sagen: Smart Mark Video, Highspots und MuchMedia sollten in der Lage sein, euch so gut wie alle Artikel aus unserem heute Nacht offline gegangenen Sortiment zu liefern, aber eben nicht mehr alle Artikel aus einer Hand. Alle drei sind langjährige Partner von uns und alle drei arbeiten super.

Wir von wXw werden deutlich stärker in den Online-Bereich gehen. Shotgun wird nächste Woche mit überarbeitetem Konzept in die neue Season starten und euch jede Woche in einer längeren Sendung mehr Wrestlingaction bringen. Wir arbeiten hinter den Kulissen fieberhaft am on Demand-Auftritt für den Herbst und werden hier schnellere Releases bieten, die auch bei den kleineren Events nun häufiger weitere Kameraperspektiven haben werden. Zugleich sind wir im Preis nach unten gegangen, denn ihr bekommt unser komplettes zweites Halbjahr inklusive aller großen Veranstaltungen (FAN, Fight Club, Slammania, das Tourfinale UND das World Tag Team Tournament) für 99 EUR – das sind umgerechnet 3,50 EUR pro Event. Vorbestellungen sind bereits möglich, die Abbuchung erfolgt erst nachdem der erste Event online geht.

„Und wann kommt das wXw-Network?“ Keine Frage wurde uns so häufig gestellt in den letzten Monaten. Spätestens nachdem Christian beim Carat in die Runde gefragt hat, wer das abonnieren würde, und sofort 75% der Hände nach oben gegangen sind, war für uns klare Sache, dass das passieren muss. Wir nerven unseren Partner Vimeo regelmäßig mit unseren Anfragen und Anforderungen. Sobald Vimeo in der Lage ist, so etwas anzubieten, werden wir das auch tun und uns ansonsten nach einem anderen Partner umsehen. Für das restliche Jahr 2015 steht unser Konzept – 99 EUR für die gesamte 15th Anniversary Tour und alles drumherum. Der Rückschlag im DVD-Markt bedeutet für uns ganz klar: Mehr Fokus auf Online-Angebote, die ihr sofort und ohne Wartezeit sehen könnt, die länger haltbar sind und euch günstiger angeboten werden können.

Christian Jakobi mit persönlichen Worten zum Tourabschluss

Liebe Fans,

die letzte Meile dieser Tour steht vor uns, und sie bringt uns zum Tourfinale, dem Shortcut to the Top-Event am Samstag in der Turbinenhalle Oberhausen. Auf dem Weg hierhin haben wir im ersten Halbjahr 2015 bisher 29 Veranstaltungen absolviert, die Show zum Tourabschluss macht die Zahl rund – 30 Events.

Ich schreibe diese sehr persönlichen Zeilen in einem Zustand geistiger Leere, weil ich teils staunend, teils schockiert auf die vergangenen Monate zurückblicke. Ich bin kein Freund von großem Pathos, dennoch möchte ich – insbesondere um die Leistung unseres Kaders und unserer Mitarbeiter zu honorieren – darstellen, was für ein unglaublicher Kraftakt wXw in diesem Jahr ist. Die Zeiten der naiven Freizeitveranstalter sind vorbei, unsere Events sind nicht mehr einfach nur das Get-Together von ein paar Freunden, die sich auf dem Rücken und der Gesundheit von ein paar Wrestlern ihr Freizeitvergnügen selber auf die Beine stellen und dabei zahlendem Publikum ihre teilweise haarsträubenden Ideen zumuten. wXw 2015 arbeitet hart, und damit meine ich wirklich knochenhart daran für all‘ diejenigen, die ihre Zeit, ihre Energie, ihre Leidenschaft und ihr Herz in diese Promotion investiert haben, eine Erwerbsperspektive zu schaffen.

Die Tatsache, dass dies nach 15 Jahren wXw wirklich möglich ist bzw. noch für viele weitere Menschen möglich scheint, ist unglaublich, es ist eine Triebfeder und zugleich eine unglaubliche Belastung. Wo Energie ist, ist zwangsläufig irgendwann Müdigkeit, und auch wenn man diese mit Willen und Entschlossenheit bekämpfen kann, bricht sie irgendwann durch. Viele unserer zentralen Mitarbeiter und auch ich haben einige der Events in diesem Jahr wie angeschlagene Boxer nur halb mitbekommen und konnten sich teilweise gar nicht mehr auf den Moment einlassen. Der Tribut, der diese Tour uns allen gezollt hat, hat manchmal fast die ungemein schönen Seiten dieses Geschenks, das wir leben dürfen, vergessen lassen.

Denn ja, unter diesen unglaublich anstrengenden letzten Monaten liegt eine unglaubliche Schönheit, eine unglaubliche Harmonie, eine Liebe, wie ich sie in diesem Kontext nie für möglich gehalten hätte. Zum einen wäre da der Zusammenhalt im Team. In unserer Mannschaft sind über die Jahre ungemein viele Freundschaften zwischen verschiedensten Menschen entstanden. Der Lifestyle, den wir für uns (und damit auch für unsere Angehörigen) gewählt haben, ist aufreibend und für einen Menschen mit „normalem“ Beruf oder Hobby nicht nachvollziehbar. Wie oft ich in diesem Jahr gesehen habe, dass sich unterschiedlichste Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen auch abseits der Events umeinander gekümmert haben, kann ich nicht mehr zählen. Der tiefe Zusammenhalt zwischen den Menschen, die Wrestling in Deutschland voranbringen wollen offeriert uns allen nicht nur den gegenseitigen Drive, sondern auch den Rückhalt und die Wärme, die getriebene Menschen brauchen.

Auf der anderen Seite stehen die extrem schönen Momente, die wir auf der Tour mit den Fans von wXw genießen durften. Jedes „wXw“, jedes „This is Awesome“, „This is Wrestling“, „16 Carat“, jedes Gespräch nach Events, jede Rückmeldung in Foren und bei Social Media geben uns positive Bestätigung für das, was wir mit unserem Leben tun. Es ist teilweise wirklich berührend, wie sehr euch das bewegt, was wir tun und wie sehr ihr versucht, uns auf verschiedenste Weisen zu unterstützen.

Vielleicht liest sich dieser Text viel zu melancholisch oder niedergeschlagen, aber ich bin weder das Eine, noch das Andere. Die wenigsten Menschen können das tun, was sie wirklich wollen. Aus eigener Erfahrung sage ich: Es gibt nichts Schöneres als das tun zu müssen, was man will. Die Mannschaft von wXw lebt ein unglaubliches Leben in unglaublicher Freiheit – und wenn der Preis des Lebens, das man sich wünscht ist, dass es anstrengend ist, kann ich damit gut leben.

Am Samstag holen wir die letzten Energiereserven heraus, um euch zum Abschluss der Tour den besten Event der ersten Jahreshälfte zu bieten. Dafür treten wir an, daran lassen wir uns messen. Ich persönlich werde das in dem Bewusstsein tun, unglaublich tief in der Schuld von sehr vielen Menschen zu stehen, die mich trotz meiner Fehler und Macken in diesem verrückten Pursuit unterstützen – meiner Mannschaft und unseren Fans.

Danke.
CMJ

Tassilo Jung zu der Frage: „Sind hier auch die Stars aus dem TV dabei?“

Als Aktiver im Pro Wrestling wird man immer wieder mit den selben Fragen konfrontiert und gerade im Independent-Bereich ist es logischerweise ein Thema, ob „die Stars aus dem Fernsehen“ dabei sind. Als ich angefangen habe, konnten wir das klar und häufig traurig beantworten: Natürlich sind der Undertaker, Shawn Michaels, Triple H, The Rock, Kevin Nash und Scott Hall nicht da.

Inzwischen haben wir einen Nachsatz in solchen Momenten. Natürlich sind keine aktuellen WWE-Talents dabei, aber Top-Wrestler seht ihr bei unseren Live-Events selbstverständlich. Klar, ihr wisst das, ihr schaut schon lange über den Tellerrand hinaus. Doch den anderen können wir sagen: Schaut euch den Main Event von Elimination Chamber an, das waren zwei ehemalige wXw Wrestler mit unserem ehemaligen Tag Team Champion Dean Ambrose und Carat-Teilnehmer Seth Rollins. Und dann geht in der Card zurück, seht den ehemaligen Lightweight Champion Neville, den ehemaligen World und Tag Team Champion Cesaro, den ehemaligen World Champion und Carat-Finalisten Daniel Bryan … und natürlich war Kevin Owens, der hier mal eben im Debüt John Cena besiegt hat, auch dabei.

Das Schöne: Man muss nicht mal auf den einzelnen Event achten, das Spiel klappt fast bei jeder WWE-Veranstaltung. Wir machen Independent Professional Wrestling, hier werden die Wrestler groß und dann wechseln sie zur WWE. Axel Tischer und Uhaa Nation habt ihr beim Carat noch in Europa gesehen, inzwischen sind sie bei NXT offiziell vorgestellt. Tommaso Ciampa war letzte Woche in Hamburg, derzeit ist er im WWE Tryout.

Das ist etwas, auf das ich persönlich und auf das wir alle stolz sind: wXw ist nicht mehr eine Kollektion von fragwürdigen Wrestlern, die ihr Bestes geben und auf wohlwollenden Zuspruch hoffen – hier treten Top-Wrestler an, die ihr in kleinen Hallen vor wenigen hundert Leuten sehen und mit denen ihr tatsächlich zwanglos reden könnt. Wieviele Fans haben über die Jahre stolz Fotos von dem ehemaligen Independent Wrestler x veröffentlicht und hatten damit ein Foto von sich und einem aktuellen Weltstar, der auf der Straße erkannt wird?

Und logischerweise ist damit die Geschichte nicht vorbei. Die wenigsten Wrestler beenden ihre Karrieren bei der WWE. Natürlich kommt ein Evan Bourne bzw. Matt Sydal nach seinem WWE-Run zurück hierher und haut begeisternde Matches gegen Marty Scurll in Oberhausen und Tommy End in Hamburg raus. Natürlich kam Daniel Bryan in seiner kurzen WWE-Pause 2010 sofort wieder nach Deutschland. Vor wenigen Wochen bei Superstars of Wrestling waren Wrestler wie X-Pac, James Storm und Ultimo Dragon da, die nach den Events voll des Lobes über die Professionalität unserer heimischen Wrestler und unserer Organisation waren.

Wir haben wenig Zweifel, dass es auch vielen anderen Wrestlern so gehen wird und wir freuen uns darauf, euch noch lange die Chance zu geben, kommende, derzeitige und ehemalige Weltstars in kleinem Rahmen zu präsentieren. Nicht ohne Grund lecken sich inzwischen Wrestlingfans weltweit die Hände nach Wrestlern wie Tommy End und Zack Sabre Jr., nicht umsonst sind Männer wie „Bad Bones“ John Klinger oder Big Daddy Walter auch in England gefragt und können sich ihre Events quasi aussuchen. Ob dies nun die heimischen wXw-Wrestler bei jedem Event, Ricochet und Colt Cabana nächste Woche in München oder Alberto del Rio im Oktober in Mannheim sind – ja, hier seht ihr „die Stars“.

– Tassilo Jung

Christian Jakobi über das DVD Programm der wXw 2015

Liebe Fans,

die Jahresendumfrage ist mit Abstand das wichtigste Werkzeug für uns in der täglichen Arbeit. Eure Bereitschaft, uns darüber Auskunft zu geben, was ihr euch von wXw wünscht ermöglicht es uns, wXw an euch auszurichten.

Ich weiß, bisher gab es keine öffentliche Auswertung und ich fürchte, dass es diese in diesem Jahr auch nicht geben wird, da die Zeit dafür nicht vorhanden ist. Dafür kann ich euch allerdings sagen, dass wir in diesem Jahr bereits mehr eurer Anregungen umsetzen konnten als in allen Jahren zuvor. Unser Merchandisesortiment, unsere Gaststars bei Veranstaltungen sowie unsere Veranstaltungsorte zeigen euch, wie ernst wir eure Anregungen nehmen und wie gern wir Wünsche erfüllen.
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Tassilo Jung über Ritterschläge & Verletzungen

Mit der Zeit haben wir Erfahrung in Großprojekten gesammelt. Dieses Jahr war unser zehntes 16 Carat mit entsprechendem Rahmenprogramm und auch solche Tourstopps wie Frankfurt/Tonbridge oder Gotha/Prag/Apolda an einem Wochenende sind logistische Herausforderungen.

Superstars of Wrestling ist – bei allem Respekt für alles andere – das nächste Level diesbezüglich gewesen. Mit Teams von deutlich über 50 Personen zwei Tage jeweils Fanfests & Events zu veranstalten erfordert jede Menge Planung und jede Menge Disziplin in der Durchführung. Natürlich funktioniert das nur mit akribischer Arbeit und funktioniert das nur mit verlässlichen und tollen Helfern wie wir sie haben.

Chris Hero hat uns vor vielen Jahren mal auf Seite genommen. wXw sei ein toller Platz zum Arbeiten, habe tolle Fans und tolle Atmosphäre, doch die Organisation sei bekannt schlecht und teilweise verrufen. 2015 sind wir an einem Punkt angekommen, an dem es über das ganze Wochenende hinweg bei durchaus anspruchsvollen Gästen, die viel gesehen hatten und viel gewohnt sind, keine einzige Beschwerde der Wrestler gegeben hat.

Im Gegenteil: Ein X-Pac steht mit Tränen in den Augen im Ring und lobt uns als beste Promotion Europas, nicht nur wegen des talentierten und hart arbeitenden Rosters, sondern weil es hinter den Kulissen stimmt und weil wir ein Umfeld haben, in dem sich eben nicht nur gut gewollt bemüht wird, sondern professionell gearbeitet wird und alles klappt, selbst wenn es zwischendurch noch eine Reihe Verletzungen gibt. Für uns ist so ein Moment ein absoluter Ritterschlag, der noch mehr wert ist, wenn James Storm und Vince Russo danach diese Aussagen ziemlich genau wiederholen.

Wir haben Respekt vor den Leistungen unserer Wrestler und vor der Arbeit und den Entbehrungen unseres Teams. Es ist für uns als Geschäftsführer Ehrensache, härter zu arbeiten als jeder unserer Leute – und wenn du Leute wie Walter, Bones oder Beck hast, dann ist das eine verdammt hohe Meßlatte.

Für viele Fans enttäuschend war der Opener in Oberhausen. Ultimo Dragon kennen wir alle noch aus legendären Kämpfen aus Japan und den USA, eines der besten Cruiserweights aller Zeiten. Als ich Ultimo am Freitag Abend nach sieben Jahren wiedergesehen habe, hatte ich vor allem Mitleid. Er konnte kaum laufen und aus eigener Kraft nicht mal mehr aufstehen. Trotzdem war es für ihn klar, jeden Fototermin zu machen und natürlich auch abends zu wrestlen. Es ist natürlich Irrsinn, wenn sich dann ein Fan öffentlich darüber beschwert, dass dieser Mann so lustlos sei, dass er fürs Foto nicht mal aufsteht, aber natürlich kennt nicht jeder Zuschauer diese Hintergründe.

Vince Russo hat es sehr deutlich gesagt: Es ist unglaublich wie dieser Mann noch in den Ring steigt und noch wrestlet, wenn man ihn vorher backstage sieht. Die Willenskraft dahinter ist von einer Größe, die kaum messbar ist. Dass sich dieser Wrestler danach noch in aller Form für seine Leistung entschuldigt, ist auch menschlich ganz groß. Ich habe viele Wrestler erlebt, die selbstverschuldet nicht in der Form waren, um produktiv in den Ring zu steigen, die ihr Match hingerotzt haben und denen das scheissegal war, womit sie einen Mangel an Respekt vor dem Wrestlingsport und vor euch als Zuschauer demonstrieren. Mir ist es persönlich wichtig, dass ihr wisst, was hier passiert und dass dies am Samstag ganz sicher nicht der Fall gewesen ist.

Superstars of Wrestling ist für viele von euch ein teures Wochenende gewesen mit Fanartikeln, Meet and Greet und den Eintrittspreisen. Wir haben uns entschieden, euch zumindest ein wenig zurückzugeben, so dass wir das DVD-Set von beiden Events für lediglich 15 EUR anbieten werden und damit 40% unter unserer üblichen Preisgestaltung bleiben.

Wir haben noch fünf weitere Tourstopps auf unserer More than Wrestling Tour vor der Sommerpause. Am Samstag sind wir in Wickede, dann am 29.5. in Hamburg, am 12.6. in München, 13.6. in Fulda und 20.6. in Oberhausen. Für die meisten dieser Events sind einzelne Kategorien bereits ausverkauft bzw. kurz vor dem Ausverkauf. Wir freuen uns, mit euch noch fünfmal Pro Wrestling zu feiern ehe wir unsere bisher größte und sicherlich auch erfolgreichste Tour abschließen. Pro Wrestling in Deutschland lebt – das ist unsere Message und das zu betonen werde ich persönlich nicht müde, denn wieder dorthin zu gelangen war unermesslich viel Arbeit von weitaus mehr Menschen als ich aufzählen könnte.

– Tassilo Jung

Christian Jakobi über Superstars of Wrestling

Liebe Fans,

an diesem Wochenende stehen unsere Debut-Events in Sachsen-Anhalt an, Halle und Magdeburg werden von uns im Rahmen der More Than Wrestling-Tour bespielt. Ich freue mich auf neue Gesichter und neue Erfahrungen – und bin gespannt, wie sich ein neuer Markt für uns darstellen wird.

Schreiben möchte ich heute aber vor allem über das Monster-Projekt, das in der Woche danach auf uns wartet – Superstars of Wrestling. Im letzten Jahr haben wir uns an das „Legenden-Show“-Konzept herangewagt, im genauen Wissen darüber, wie schwierig und komplex dieses Unterfangen ist, gerade weil es ganz anders ist als unsere regulären Events.

Der Organisations- und Abspracheaufwand für diese Events, insbesondere wenn wir euch das bieten wollen, was wir uns selber bei einer solchen Veranstaltung wünschen würden, ist immens: Der Zugang zu den Stars, Möglichkeiten, möglichst viele der Wrestler persönlich treffen zu können und das in einem organisierten, seriösen Umfeld – der zeitliche Aufwand für die Vorbereitung von SoW ist locker doppelt so umfangreich wie der für 16 Carat Gold.

Natürlich haben wir in den letzten Wochen auch die Kritik an einigen Kampfansetzungen für SoW zur Kenntnis genommen und natürlich hat diese auch dazu geführt, dass wir uns gefragt haben, ob wir eventuell etwas übersehen haben – am Ende steht für uns aber fest: Wir haben aus dem Kader, den wir für euch buchen konnten, der in meinen Augen erneut eine tolle Abwechslung zwischen WWE-, WCW-, Japan- und ECW-Stars bietet, das beste herausgeholt.

Uns ist vollkommen bewusst, dass Wrestlingfans (wir sind schließlich selber welche) bestimmte Wunschvorstellungen an Cards und Ansetzungen haben – ab und an ist aber lediglich der Wunsch der Vater des Gedankens. Genau wie im letzten Jahr haben wir auch Stars gebucht, die nicht mehr im körperlichen Zustand sind, lange Einzelmatches zu bestreiten bzw. dies nicht mit ihnen unbekannten Gegnern wünschen. Hier haben wir nun die Möglichkeit, ein Booking abzulehnen oder aber eine Paarung zu basteln, bei der wir sicher sind, dass sie genau das liefern wird, was wir uns alle wünschen – die Helden der Vergangenheit in dem Licht strahlen zu lassen, das sie verdienen.

Wenn ich an Marty Scurll vs Matt Sydal denke, bekomme ich jetzt schon riesige Vorfreude – es ist bemerkenswert, dass jemand aus „unserer“ Indy-Fan-Zeit nun eine mehrjährige WWE-Karriere hinter sich hat aber trotzdem nichts von der faszinierenden Athletik verloren hat und sich in jedes Match voll investieren kann – am Ende des Tages glaube ich, dass wir in Oberhausen und Mannheim tolle Tage haben werden, die Stars aus ganz verschiedenen Stilen bieten. Ich komme an diesem Wochenende in die Hallen, um unseren Gästen (und damit meine ich sowohl euch wie auch die anreisenden Stars) einen tollen Rahmen zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen und Spaß haben können – genau wie im letzten Jahr bei Superstars of Wrestling. Ich freue mich drauf!

CMJ

Tassilo Jung über die Entwicklung in Sachsen, über neue Bundesländer für wXw & über dieses Wochenende

2009 sind wir zum ersten Mal nach Sachsen gekommen. Unser heutiger „Gebietsleiter Ost“, Frank Fehrmann, hat uns damals dabei geholfen, direkt vor der TNA-Veranstaltung in Chemnitz im Haus des Gastes zu veranstalten. Damals war alles noch ein wenig kleiner. Christian Jakobi, Marcel Manka und ich sind am Vorabend bereits angereist und wurden von Frank in einem Bordell, das im ersten Stock an eine illegal betriebene Kneipe angeschlossen war, untergebracht. Im Main Event am nächsten Nachmittag stand Sternau.

Drei Jahre später, 2012 demnach, haben wir uns wieder nach Sachsen gewagt – erneut unterstützt von Frank und inzwischen auch von Marcel Karschinski als einem der ersten wXw-Lokalveranstalter, der somit echte Pioniersarbeit geleistet hat. Als wir 2013 mit der Drive of Champions Tour die erste Deutschland-Tour gestartet haben, hat uns Axel Tischer mit seinen Jungs dabei geholfen, nach Chemnitz auch Dresden zu veranstalten. Zwei unserer ersten sechs Tourstädte waren in Sachsen.

Ein Jahr später kam dann auch der Hellraiser in Leipzig dazu. Wir waren alle etwas entgeistert von dem Geruch in dem Laden, nachdem am Abend zuvor eine Blut-und-Gedärme-Nacht veranstaltet worden war, doch sobald die erste Glocke geläutet hat und wir das Publikum gehört haben, haben wir uns alle gemeinsam in den Metallschuppen im Leipziger Außengebiet verliebt.

Inzwischen ist Sachsen ein echtes Highlight für uns. Wrestler wie Teammitglieder freuen sich schon Wochen voraus auf diesen Triple Shot. Auf die absolut ausgeflippten und unberechenbaren Fußballfans in Chemnitz, die immer ganz knapp zwischen Stimmungskanonen und Risikofaktor liegen. Auf die After Show Party im Flower Power gegenüber vom Karl-Marx-Kopf in Chemnitz. Auf den Alten Schlachthof, die bisher jedes Mal ausverkaufte Kultlocation in Dresden. Auf den Abend in der lebendigen Dresdener Neustadt. Und sicher nicht zuletzt auf den diesmal zum ersten Mal ausverkauften Hellraiser mit seiner ausgerechnet am Sonntag so heißen Atmosphäre.

Wir sind überzeugt davon, diesmal unser bestes Event-Set bisher in Sachsen geboten und damit den Fans ihre Stimmung und ihre Leistung zurückgezahlt zu haben – und wir freuen uns bereits auf den September und unsere Rückkehr dahin.

In den nächsten beiden Wochen dürfen wir erneut erste Schritte leisten, immer ganz spannend. Morgen bringen wir zum ersten Mal seit dem tragischen Aus der SWO 2009 Wrestling zurück ins Saarland. Im n8werk in Saarbrücken debütieren wir dabei ein neues Eventkonzept, bei dem Wrestling quasi der Partystarter ist. Rund zwei Stunden Action mit vorwiegend Stehplätzen für nen Zehner und einigen wenigen VIP-Plätzen mit Inklusivgetränken – und danach steigt das normale Programm im Club. Der Vorverkauf hier ist sehr positiv und wir hoffen, dass viele von euch morgen spontan dabei sind, um das hier zu etablieren.

Nächstes Wochenende sind wir dann zum ersten Mal in Sachsen-Anhalt. Factory in Magdeburg und Schorre in Halle. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, Wrestling zu euch zu bringen und das wollen wir umsetzen. Wir sind gespannt darauf, uns vielen neuen Fans zu zeigen und hoffentlich in 2-3 Jahren so begeistert vom Saarland und von Sachsen-Anhalt zu sprechen wie derzeit von Sachsen, von Hamburg und von Oberhausen.

Für die Daheimgebliebenen: Christian wird heute Nachmittag einen noch nie dagewesenen Sale starten und zahlreiche Titel im Shop beginnend bei 99 Cent raushauen. Ja, es ist Zeit, das Flaschenpfand zu sammeln und in wXw DVDs einzulösen – das gab es noch nie und unser Buchhalter wird sicherlich sagen, dass es das auch nie wieder geben sollte. Dieses Wochenende hat er unseren Shop jedoch nicht stoppen können.

Was auch immer ihr dieses Wochenende macht – ob ihr die WWE-Events besucht, ob ihr zu uns nach Saarbrücken kommt, ob ihr unseren Sale nutzt, ob ihr Carat oder AMBITION bei wXw on Demand streamt oder ob ihr einfach nur Shotgun schaut: Bleibt dabei und unterstützt Pro Wrestling. Derzeit wächst etwas in Deutschland heran und das merken wir so sehr wie unsere WWE-Kollegen. Deutschland kann wieder ein Wrestlingland werden und ihr seid dabei!

– Tassilo Jung

Christian Jakobi über Tschechien & Sachsen

Liebe Fans,

die Osterfeiertage haben uns und euch hoffentlich neue Energie tanken lassen, denn die More Than Wrestling Tour ist in vollem Gange.

Immer noch surreal für mich sind die Ausflüge nach Prag. Eine Crowd, die dank der hervorragenden Arbeit von unserem Lokalveranstalter Michál unsere Wrestler kennt und deshalb „Karsten Speck“ chantet, tolle Stimmung, enthusiastische Fans – in Tschechien entsteht eine Fanbase von wXw, die mir ganz besondere Freude macht. Kurzfristig werden wir damit beginnen, wöchentlich eine tschechisch untertitelte und kommentierte Version von Shotgun bereitzustellen und hoffen auch erneut auf eine Fernsehpräsenz unseres Events im tschechischen Programm.

An diesem Wochenende reisen wir nach Sachsen, einem unserer ersten Tourstops außerhalb von Sachsen – und alle Städte haben für uns einen ganz besonderen Charme. Chemnitz mit den vollkommen verrückten Fans, die wunderschöne Stadt Dresden, in der wir mittags alle in der Neustadt das Flair genießen werden und dann in der legendärsten Halle der Stadt vor ausverkauftem Haus performen dürfen und dann am Sonntag Leipzig, eines unserer absoluten Lieblingsprojekte. Im Hellraiser, der Location, die dem alten Roxy am nächsten kommt haben wir jedes Mal eine großartige Crowd gehabt – und die Vorverkaufszahlen versprechen Großes.

Drei wohlbekannte Tourstopps für uns – die beiden Wochen danach bieten ein großes Abenteuer mit Saarbrücken, Halle und Magdeburg, drei absoluten Neulingen im Tourkalender.

Viel Spaß am Wochenende mit uns – oder bei ondemand mit dem kompletten Carat in Deutsch oder Englisch.

Bis Bald,

Euer Christian

Tassilo Jung über Roadtrips & das Snapchat-Experiment

Wir waren vier Wochen in Folge auf Tour und haben dabei neun Events veranstaltet. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass speziell die damit verbundenen Reisestrapazen und die wirklich langen Veranstaltungstage sowohl von den Wrestlern als auch von uns vom Team einiges abverlangt haben. Spätestens nach dem 16 Carat grassierte die übliche Frühjahrsgrippe (von vielen auch „Carat-Grippe“ genannt) in unseren Kreisen und bis zum nächsten Wochenende war das Team platt.

Absolute Andy kam in Frankfurt an und konnte kaum ein Wort reden. Nach zwei Minuten im Match lag er am Boden und hat schwer geatmet. Ich bin daraufhin auf Andy zugegangen und habe ihm angeboten, den nächsten Tag in England auszusetzen, um sich nicht vor der kommenden Arbeitswoche völlig zu zerstören. Die komplette Veranstaltung über hat er backstage gesessen und sich Gedanken gemacht, sich aber nicht zu einer Absage durchringen können, da das nicht sein Stil sei.

Nach der Veranstaltung habe ich mich mit ihm zusammengesetzt, ihm den Ablauf der nächsten 36 Stunden geschildert und ihn gefragt, was in seinem normalen Beruf die Woche ansteht. Daraufhin habe ich ihm ein Hotelzimmer organisiert und ihn nach Hause geschickt. Ich habe Felix (der ebenso wie Jörg diese Veranstaltungen ausgesetzt hat, da beide auch am Ende waren) angerufen und er hat Fühler nach England ausgestreckt, um einen Ersatzgegner für Sasa Keel anzufragen.

Wir anderen haben das Set in der Batschkapp in Rekordzeit abgebaut und sind dann mit vier Autos auf die Autobahn gefahren. In den nächsten sechs Stunden waren 550km zu bewältigen, viele Kaugummis zu kauen und möglichst gesundheitsschädigend zu essen, um rechtzeitig zum Check-in bei der Fähre in Dünkirchen anzukommen. Solltet ihr einmal nachts dort sein, dann möchte ich euch unbedingt die „Resident Evil“-Experience des bis auf Schlafende komplett verlassenen zweistöckigen Wartesaals mit allen Spielautomaten der 80er Jahre empfehlen. Zwei Stunden später, die zumindest ein Teil von uns in irgendwelchen Ecken schlafend verbracht hat, sind wir auf englischem Boden angekommen und haben uns übermüdet durch den Linksverkehr bis Tonbridge durchgeschlagen.

Dort wurde ein Frühstück gesucht und jeder verbrachte die folgenden Stunden auf seine Weise: Restaurants, Bäckereien, Supermärkte, Autos … eben bis wir um 12 Uhr in die Halle kamen und uns auf den Veranstaltungsstart auf 14:30 Uhr vorbereiten konnten. Als einzig anwesendes Office-Mitglied und als einzig anwesender Referee war das für mich persönlich eine leicht stressige Nummer, wie sich sicherlich jeder vorstellen kann.

Eine ganze Reihe unserer Wrestler war am Abend auch noch bei der IPW:UK Veranstaltung aktiv, so dass nachher eine Horde von deutschen und holländischen Zombies im Angel Center herumgeschlichen ist. Es ist wirklich vielsagend, dass mit Axel Tischer, Hot and Spicy, Dennis und mir selbst unsere absoluten Party Animals dankend die von den Engländern angebotene After-Show-Party absagen, um zumindest einige wenige Stunden Schlaf zu bekommen ehe es an die Rückreise geht…

Wochenenden on the road möchte keiner von uns missen. Sie sind ein Ausdruck der Kameradschaft unter den Wrestlern und Wrestlingbegeisterten, sie sind Highlights in unseren Leben – aber sie verlangen auch jedem viel ab, sie sind anstrengend und sie gehen weit über das hinaus, was jeder von uns für einen normalen Job zu tun bereit wäre.

Morgen früh starten wir wieder. Ich persönlich beginne meine Reise um 6 Uhr und habe rund siebeneinhalb Stunden Bus- und Bahnreisen vor mir, um nach Gotha zu gelangen. Freitag, Samstag und Sonntag sind wir aktiv und jede Veranstaltung bedeutet eine Reise von 400km zwischen den Spielorten. Trotzdem – und da bin ich mir sicher – freut sich jeder von uns darauf. Wir lieben Pro Wrestling und wir möchten es gerne zu euch bringen und mit euch nach vorne bringen.

An diesem Wochenende werde ich einen kleinen Beta Test durchführen. Added uns unter wXwGermany bei Snapchat und ihr könnt dieses Wochenende eine Tour mit uns mitmachen und das ein oder andere Erlebnis mit uns teilen – natürlich nur für 24 Stunden, danach verschwinden diese Bilder und Videos.

Ob ihr vor Ort dabei seid, vor dem Rechner unseren Liveticker verfolgt, uns auf Social Media folgt, bei Snapchat die „Backstage-Tour“ mitmacht, Ergebnisse lest, später die Events bei wXw on Demand seht: Viel Spaß mit Westside Xtreme Wrestling, vielen Dank für eure Unterstützung und die Möglichkeit, dass so viele Menschen ihren Traum leben können.

– Tassilo Jung

Christian Jakobi über 16 Carat & Merchandise

Liebe Fans,

was für ein unglaubliches Wochenende liegt da bitte hinter uns? Mit dem letzten Pinfall von Tommy über Junior fiel eine unglaubliche Anspannung von mir ab, eine solche Ausschüttung von Glückshormonen wie in diesem Moment habe ich selten erlebt. Es war vorbei – die zehnte Ausgabe von 16 Carat Gold.

Mir ist sehr klar, dass Dinge wie Geschäftsstellen, fest angestellte Geschäftsführer, eigene Transporter und Praktikanten den Anspruch an die Veranstaltung und das Drumherum weiter nach oben schrauben – wenn die Strukturen da sind, muss das auch beim Event selber spürbar sein. Besonders deshalb haben wir es uns glaube ich auch besonders auf die Fahne geschrieben, das größte und beste Turnier der zehnjährigen Geschichte von Carat auf die Beine zu stellen. Ob uns das gelungen ist, muss glaube ich jeder Besucher für sich entscheiden, ich weiß nur, dass wir und unser Team mit den Events sehr zufrieden waren.

Monatelange Vorbereitungen und v.a. die Last Minute-Aufgabenlisten, die die ganze weitere Tour verdrängt haben, sind für mich im Moment des Siegs von Tommy kulminiert und mir wurde einmal mehr bewusst, was für eine unglaubliche Mannschaft an leidenschaftlichen, professionellen und tollen Menschen wir bei uns haben. Ich bin noch immer erfüllt von Stolz und Dankbarkeit, wenn ich an die drei tollen Tage in der Turbinenhalle zurückdenke, die ein direktes Ergebnis der Teamarbeit von wXw sind.

Gern möchte ich auch ein weiteres Thema ansprechen, das nicht unter den Tisch fallen soll: Wir werden die Preise für unser textiles Merchandise anheben. Die Bestände der aktuellen Designs verkaufen wir natürlich zum aktuell bestehenden Preis von 16 Euro ab, die neuen Designs (angefangen mit Axel Tischer und 16 Carat) verkaufen wir zu 18,99€ (19€ bei Events). Im Umkehrschluss bedeutet das für uns, dass wir in Zukunft keine Extrapreise für Shirts wie Hot & Spicy berechnen müssen – dementsprechend haben wir auch dieses Girly Shirt von 20 auf 18,99€ reduziert.

Am Samstag gehen wir zum ersten Mal in der Batschkapp in Frankfurt an den Start – es riecht wieder nach einem Ausverkauf – dem fünften in Folge nach Berlin, Bielefeld, Hamburg und Weyhe.

Mit ungläubigen Grüßen
CMJ