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Liebe Fans,

es ist Tag 2 nach dem Erdbeben, das uns bei Back to the Roots erfasst hat. Vince Russo ist in Erscheinung getreten und hat Karsten Beck den Gewinn der Unified World Wrestling Championship ermöglicht.

Ich schreibe diese Worte mit großer Scham, aber gleichzeitig mit großer Entschlossenheit. Bevor ich zu den Maßnahmen komme, die wir in der Geschäftsführung gemeinsam beschlossen habe, möchte ich euch zunächst darüber aufklären, was wirklich passiert ist.

Westside Xtreme Wrestling ist im Besitz der wXw Europe GmbH, einer Gesellschaft in Oberhausen, die vier Personen zu gleichen Teilen gehört: Tassilo Jung, Felix Kohlenberg, Jörg Steinmetzler und mir. Nicht nur sind wir die Inhaber dieses Unternehmens, wir sind auch seine Geschäftsführer. Im Rahmen des Gesellschaftsvertrags wurde eine Alleinvertretung vereinbart, d.h. jeder Geschäftsführer ist alleine bevollmächtigt, für die GmbH zu handeln. Dies war bewusst gewollt, da die Aufgabenfelder bei wXw unter den Geschäftsführern aufgeteilt sind, um effektiver und mit kürzeren Wegen arbeiten zu können.

Mit Ausweitung unseres Tourplans wurde ich damit beauftragt, einen Kapitalgeber für die wXw zu finden. Unser Unternehmen war ausschließlich eigenkapitalfinanziert, ohne Gründungskredite, Starthilfen oder Subventionen – die Expansion erschien ein sinnvoller Zeitpunkt zu sein, um Kapital hinzuzuholen. Ohne auf die Details eingehen zu wollen, habe ich einen Vertrag mit einem Investor geschlossen, der verstärkt in die Unterhaltungsbranche investiert. Teil des Vertrags, den ich unterschrieben habe, ist eine Klausel, die gewisse Befugnisse im Kreativprozess ermöglicht – ausschließlich, um (für mich selbstverständlich ohnehin abwegige) Dinge wie politische Stellungnahmen oder Produktplatzierungen zu verhindern, und um besonders attraktive Kampfansetzungen für große Events mitfinanzieren zu können, wurde mir von den Vertretern des Unternehmens versichert. Die Verhandlungen waren keine Grabenkämpfe, sondern von einem Geist des Miteinanders geprägt, den ich auch bei wXw intern so schätze.

In den letzten Wochen haben sich Hinweise verdichtet, dass das investierende Unternehmen einen Berater installiert hat, um seine Interessen bezüglich wXw wahrzunehmen. Abstruse Ideen, wirre Vorschläge über die Gestaltung unserer Events und ein kompletter Wechsel im Tonfall haben mich dazu gebracht, Nachforschungen anzustellen, bis Vince Russo selber hier bei mir im Büro vorstellig wurde. Geplagt von meiner Naivität habe ich bis zuletzt alles getan, um zu verhindern, was ich ahnte, doch am Ende war ich machtlos.

Folgendes gilt nach rechtlicher Prüfung unsererseits: Vince Russo als Vertreter des Investors hat zwar keine komplette kreative Kontrolle über wXw, ist jedoch im Stande, Entscheidungen über Matchansetzungen zu treffen, die wir als Geschäftsführer nicht widerrufen können. Die wirtschaftliche Seite von wXw ist durch Russo nicht berührt, ebenfalls ist er nicht befugt, personelle Entscheidungen wie Entlassungen o.ä. zu treffen.

Für uns in der Geschäftsstelle bedeutet dies vor allem, das wir bei allem Schock und Entsetzen einen kühlen Kopf behalten müssen. Ich habe einen riesigen Fehler gemacht, für den ich mich bei meinen Kollegen in der Geschäftsführung, meinem persönlichen Freund Big Daddy Walter und den Mitarbeitern in der Geschäftsstelle entschuldigt habe. Die einstimmige Entscheidung ist, dass wir weiterhin gemeinsam an der Zukunft von wXw arbeiten werden und diesen Fehler zusammen ausbügeln müssen. Eins ist für uns klar: 2015 stehen riesige Herausforderungen vor uns und kein Fan, kein Event und kein Projekt sollen unter Russo leiden. Wir werden nun zunächst prüfen, wie wir den Vertrag mit dem Investor lösen können und wie wir uns vor weiteren Skandalen schützen können.

Ich bedanke mich bei unseren Fans für die vielen aufmunternden Worte und verspreche euch, dass wir den Virus bekämpfen werden.

CMJ

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